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in Bozen (Cagliaristraße 22/a)
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Der Verein Donne Nissà Frauen wird 1995 von einer gemischten Gruppe ausländischer und italienischer Frauen gegründet. Sie haben erkannt, dass es eine Anlaufstelle für zugewanderte Frauen braucht, da die Zahl ausländischer Frauen auch in Südtirol stark angestiegen ist.

NISSA ist das arabische Wort für Frauen – und damit auch ein ebenso einfacher wie origineller Name für den Verein!

Der Verein beginnt seine Tätigkeit mit einem Schalter beim “Circolo Masetti” in der Glurnserstraße in Bozen; in freiwilliger Arbeit werden Informationen erteilt und gesammelt sowie Rat suchende Frauen zu Dienststellen und Ämtern begleitet.

1998 erfolgt der Umzug in die Cagliaristraße mit eigenen Räumen.

Nissà wird zur Beobachtungsstelle, was die weibliche Einwanderung betrifft: Im Laufe der nächsten Jahre entwickelt der Verein bedarfsorientiert Projekte und neue Angebote. Einige davon werden später, unter veränderten Rahmenbedingungen, von anderen Einrichtungen übernommen.

Der Verein entwickelt sich organisatorisch und inhaltlich ständig weiter und damit zusammenhängend verändert sich auch die Zusammensetzung der Arbeitskräfte. Zur Beraterin  vom Schalterdienst gesellt sich ein interkulturelles Arbeitsteam. Neben der Erstberatung können nun auch neue Aufgaben wahrgenommen werden, wobei das Kennenlernen des „Fremden“ einen besonderen Stellenwert erhält.

1997 bietet der Verein einen mehrteiligen kostenlosen Kochkurs an, mit gemeinsamen Verkostungen der Gerichte aus “fremden” Ländern.  Es entsteht eine neue Dienstleistung, Nissà Catering, mit multikulturellen Gerichten. Die Frau, die diese Tätigkeit verwaltet, macht sich nach einigen Jahren selbständig; somit wird das Ziel, die Selbständigkeit ausländischer Frauen zu fördern, einmal mehr erreicht.

1999 veröffentlicht Nissà eine Forschungsarbeit zur Beschäftigungslage der nicht-EU-Bürgerinnen am einheimischen Arbeitsmarkt: Bildung – Arbeit. Ausländerin sein in Südtirol. Es ist die erste zu diesem Thema. Nissà wird auch künftig für die Zusammenarbeit an Forschungsprojekten angefragt – eine Gelegenheit, Praxis und Theorie zusammenzuführen und vertiefte Erkenntnisse zu gewinnen.

2006 folgt eine Gedankensammlung von ausländischen Frauen über das Leben und die Rechte der Frauen in ihren Ursprungsländern, „Eingewanderte Frauen erzählen“ (Text in italienisch).

2007 erscheint eine Sammlung von Lebensgeschichten von Ausländerinnen in Südtirol und im Trentino, die anschließend in die deutsche Sprache übersetzt wird: „Da-Zwischen“. 2008 entsteht dazu eine Theaterproduktion.

Von 2006 bis 2010 initiiert Nissà, in Zusammenarbeit mit der Frauenbibliothek, Treffen und Bibliografiearbeiten zur Migrationsliteratur, um ausländische Schriftstellerinnen zu fördern, die in italienischer Sprache publizieren.

2010 erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Verein „Trama di Terre“ der Forschungsbericht zu Mehrfachdiskriminierungen „Gender und Migrationen“.

2001 wird das interkulturelle Zentrum Mafalda gegründet, um Kindern bis zu 6 Jahren – v. a.  eingewanderter aber auch einheimischer Frauen - einen Ort des gemeinsamen Spielens und Austausches anzubieten, der die Familie mit ihrer jeweiligen Kultur einbezieht.

Dank der Zusammenarbeit mit dem Netzwerk “Frauen und Arbeit – Rete Donne Lavoro” werden von 2002 bis 2010 verschiedene ESF-Projekte ermöglicht. Nissà ist ESF-akkreditiert, und in Zusammenarbeit mit lokalen und auswärtigen Partnern werden Projekte und Kurse zur Professionalisierung von Mitarbeiterinnen für die Beratung bzw. zur beruflichen Orientierung von Migrantinnen durchgeführt.

Auch Nissà Care entsteht 2005 in diesem Zusammenhang. Es ist ein erster und wichtiger Beratungsschalter für sog. “Badantinnen” und Familien, die Pflegehilfe suchen.

Daraus ergeben sich verschiedene Synergien. 2008 entsteht z. B. in Zusammenarbeit mit dem Fotoclub Tina Modotti eine Bilddokumentation der international bekannten Fotografin Jane Evelyn Atwood über eine ukrainische „badante“: BADATE. Rapporti bilaterali Bolzano – Ucraina (www.silvanaeditoriale.it), mit einem italienischen Vorwort von Nissá

2011 wird NISSA’ CARE aufgrund veränderter Rahmenbedingungen aufgelassen, aber die wertvollen Erfahrungen fließen weiterhin in verschiedene Tätigkeitsfelder von Nissà ein.

2005 beginnt Nissá mit dem Projekt “Junge Migranten – Wege der Integration”, das sich an unbegleitete minderjährige Ausländer wendet. 2006 entsteht dazu abschließend ein Dokumentarfilm “AUSGANG-USCITA”.

2010 wird beschlossen, aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes keine weiteren ESF-Projekte zu planen.

Künftig steht bei den meisten Angeboten von Nissà neben der Unterstützung zur Selbständigkeit von Migrantinnen die interkulturelle Begegnung und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen  im Vordergrund.

So entstehen 2010 z.B. der Radfahrkurs und der Schwimmkurs - beide werden wiederholt angeboten – und der Interkulturelle Gemeinschaftsgarten Semirurali.

Seit vielen Jahren bietet Nissà in Kindergärten und Schulen Workshops an, um Kinder und Jugendliche eine Annäherung an das „Fremde“ zu ermöglichen und für Interkulturalität zu sensibilisieren.

Im Rahmen des Schwerpunktes  “Con nuove culture” der Landesabteilung italienische Kultur arbeiten wir bei verschiedenen Projekten mit, z. B.  2012-13 bei der Erarbeitung der Publikation von “Alto Adige allo specchio”, wo eingewanderte Frauen ihr Bild von Südtirol wiedergeben. Oder anlässlich der jährlichen Öffnung bestimmter Kunstdenkmäler mit Führungen in verschiedenen Sprachen („Una ciudad para todos“) .

Außerdem ist der Verein Nissà Gründungsmitglied des Dachverbandes der kulturellen Frauenvereine der Gemeinde Bozen. 2013 beginnt ein gemeinsames Projekt zur Aufarbeitung der Migrationsgeschichte in den letzten Jahrzehnten in Bozen.

Wir sind auch Projektpartnerinnen der Gemeinde Bozen im Netzwerk gegen geschlechtsspezifische Gewalt, eine vorbildhafte Einrichtung, um den kontinuierlichen fachlichen Austausch und die Bildung von Synergien zu fördern.

Seit 2012 organisieren Mitarbeiterinnen von Nissá Aktivitäten in kleineren multikulturellen Gruppen, um ein gemeinsames  Ziel zu erreichen.  So ist z. B. eine Gruppe mit einer Freiwilligen entstanden, die zum Bauchtanzen anregt, womit das Wohlbefinden jeder einzelnen gesteigert werden kann. 

2013 wird der Beratungsschalter mit einem Dienst für Sozialsprengel erweitert: diese können von Nissá die Mediation zwischen Mitarbeiter_innen der Sozialsprengel und Rat Suchenden beanspruchen. Damit kann die Kommunikation erleichtert werden und Probleme, die mit der Migration zusammenhängen, können besser erfasst werden. 

Eine weitere Neuerung gibt es 2013: die Gemeinde Bozen überlässt dem Verein Nissá in der Voltastraße ein weiteres Grundstück für die Realisierung eines interkulturellen Gemeinschaftsgartens, was als Anerkennung für die Pioniersarbeit auf diesem Gebiet gewertet werden kann.

Auch MAFALDA erfreut sich immer größerer Beliebtheit und es ist eine Frage der Zeit, wann neue Räume bezogen werden müssen, um für die wachsende Anzahl von Personen, die Nissá besuchen und die für Nissá arbeiten, genügend Raum zu bieten…